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Donnerstag, 13. Juni 2013 / Tetanustoxin-Projekt

Bald Wirklichkeit: Tetanusimpfung ohne Meerschweinchen

Eine von Animalfree Research mitgeförderte Forschung macht den massenweisen Einsatz von Meerschweinchen bei der Herstellung von Tetanusimpfungen bald überflüssig. Momentan läuft die Anerkennung der Methode.


Die neue Alternativmethode wird jährlich tausenden Meerschweinchen einen belastenden Tierversuch ersparen. © Eric Isselée - Fotolia.com

Tetanus, auch bekannt als Wundstarrkrampf, ist eine gefürchtete, da häufig tödliche verlaufende Erkrankung beim Menschen. Nach der Infektion wird im Körper eines der gefährlichsten bekannten Gifte erzeugt: das Tetanustoxin. Die einzige wirksame Vorbeugung  gegen die Erkrankung ist die regelmässige Impfung. Um den Impfstoff herzustellen, muss Tetanustoxin unschädlich gemacht, also inaktiviert werden. Es wird dann als Toxoid bezeichnet. Die Überprüfung, ob das Toxin wirklich erfolgreich inaktiviert wurde, wird an Meerschweinchen vorgenommen. Da die Tetanusimpfung eine der häufigsten Impfungen überhaupt ist, wird dementsprechend auch eine grosse Zahl von Tieren eingesetzt. Im schlimmsten Falle erleiden die Tiere Muskelstarre, Schluckstörungen und Atemlähmung mit Todesfolge. 

 

Alternativmethode entwickelt

Einem Forscherteam vom Paul-Ehrlich Institut (PEI) ist es gelungen, eine In-vitro-Methode zur Bestimmung der Tetanustoxizität zu entwickeln. Der entwickelte Test ermöglicht den Nachweis von zwei wesentlichen Eigenschaften des Toxins, ohne dabei Versuchstiere einzusetzen.  Die Stiftung Animalfree Research unterstützte die Forscherinnen mit einer Teilförderung  von insgesamt 30’000 Euro. während der gesamten Projektdauer von 3 Jahren. Im Jahr 2012 wurde das Projekt abgeschlossen. Mit dem erfolgreichen Testprotokoll am PEI ist die versuchstierfreie Tetanusimpfung nicht per sofort Realität geworden: es beginnt der langwierige und strenge Prozess der regulatorischen Anerkennung. Animalfree Research hat sich Ende 2013 bei den Forscherinnen erkundigt: Die ersten Hürden im Prozess konnten bereits genommen werden, denn das Testprotokoll liess sich auch in anderen Laboren umsetzen. Der nächste Schritt ist nun eine internationale Ringstudie die im Sommer 2013 gestartet wird.