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Montag, 01. Juni 2015 / Die Fruchtfliege

Ohne Rückgrat in der Forschung


Welches Tier wird in der Schweiz am häufigsten in Tierversuchen eingesetzt? Glaubt man der Tierversuchsstatistik, waren es 2013 die Mäuse mit rund 380 000 Tieren. Nur kann man sich nicht vollends auf die Statistik verlassen, um diese Frage zu beantworten. Der Grund: Die Tierschutzverordnung nimmt gewisse Tiere vom Geltungsbereich aus (Art. 112). Gemäss einem Schwerpunktartikel betreffend Tierversuche in der Zeitung des Schweizerischen Nationalfonds (Horizonte Nr. 97) ist das wohl am meisten eingesetzte Tier die Fruchtfliege (Drosophila). Diese kommt millionenfach zum Einsatz.

Drosophila melanogaster (eine Unterart der Frucht- oder Obstfliege) zählt zu den am besten untersuchten Organismen der Welt. Die Tiere werden durchschnittlich 2 Millimeter lang und ca. 45 Tage alt.

Die Fruchtfliege wird aus mehreren Gründen gerne in der Forschung eingesetzt: Einerseits gehen Forscher davon aus, dass Mensch und Fruchtfliege rund 75 Prozent der krankheitsauslösenden Gene teilen. Andererseits können Fruchtfliegen sehr schnell und in sehr grossen Mengen gezüchtet werden. Nach rund 14 Tagen steht bereits die nächste Generation von Versuchstieren zur Verfügung. Die Fruchtfliege ist – allem Anschein zum Trotz – ein hochkomplexes Tier. Denn wenn dem nicht so wäre, wäre sie für die Forschung nicht interessant. Aber Tiere ohne Rückgrat (sogenannte Invertebraten) sind nur selten Sympathieträger, und stehen (bis auf Ausnahmen) auch nicht unter gesetzlichem Schutz.