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Sonntag, 01. November 2009 / Die Goldorfe

Opfer für Gebühren


Die Goldorfe liebt gute und sauerstoffreiche Wasserqualität. Ein Grund, warum sie für Tierversuche missbraucht wurde.

Die Goldorfe, die zu den Karpfenfischen zählt, kann zwischen 30 bis 50 Zentimeter gross werden. Sie ist ein unkomplizierter Fisch und bevorzugt stehende und fliessende Gewässer. Die Goldorfe ist ein friedlicher Schwarmfisch und sehr gesellig. Meist hält sie sich knapp unter der Wasseroberfläche auf und zieht sich nur in der kalten Jahreszeit in tieferes Wasser zurück.

Am wohlsten fühlt sich die Goldorfe in sauerstoffreichem Wasser. Auf Giftstoffe im Wasser und eine schlechte Wasserqualität reagiert sie empfindlich. Genau darum wurde die Goldorfe zur Bestimmung der Qualität von Abwasser missbraucht. Dabei ging es nicht unbedingt um den Schutz der Umwelt, sondern um die Festlegung von Gebühren! Die Gebühr richtete sich nach der Giftigkeit der in Flüsse und Seen einzuleitenden Abwässer. Das Abwasser wurde stufenweise verdünnt. In jeder Verdünnung schwammen drei bis fünf Goldorfen, die binnen 48 Stunden starben – oder auch nicht. Je giftiger das Abwasser, desto mehr Verdünnungen waren nötig, und danach wurde die Gebühr bestimmt. Erst ab 2004 wurde dieser Test verbindlich ersetzt.