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Samstag, 01. Dezember 2007 / Die Ratte

Flinke Überlebenskünstler


Ratten sind nicht zu beneiden, denn sie haben einen denkbar schlechten Ruf. Sie leben im Abfall, übertragen Krankheiten und vermehren sich wie verrückt. Ihr Äusseres empfinden viele als ekelhaft. Besonders der nackte Schwanz und das flinke Huschen der Tiere löst zuweilen Panik unter Anwesenden aus. Mit dem Stempel «Schädling» versehen, darf die Ratte auch heute noch nicht mit Sympathien von Menschenseite rechnen – auch ihr jahrzehntelanger Einsatz in den verschiedenen Labors der Welt konnte daran nichts ändern.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Ratten zu den Überlebenskünstlern zählen – dies nicht zuletzt wegen ihrer erstaunlichen Fähigkeiten. Sie sind intelligent, anpassungsfähig und haben eine ausgeklügelte Sozialstruktur. Ratten verlieren selbst auf senkrechten Wänden den Halt nicht, können winzigste Spuren von Gift im Futter feststellen, nehmen die Geheimbotschaften des Ultraschalls wahr und verfügen über ein Improvisationstalent, das sie überall zurechtkommen lässt. Kürzlich haben Wissenschaftler entdeckt, dass Ratten über ihre eigenen Denkprozesse nachdenken und diese beurteilen können – eine Fähigkeit, die bislang nur Menschen und Primaten zugeschrieben wurde.

Es sind aber nicht in erster Linie die Fähigkeiten, die uns bewegen sollten, unsere Hände schützend über die Ratten zu halten, sondern die Tatsache, dass Ratten Freude und Leid empfinden wie wir.