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Montag, 11. Dezember 2017 / Vergebene Chance - Motion Graf wurde abgelehnt

Vergebene Chance - Motion Graf wurde abgelehnt

Heute hätte der Nationalrat ein Zeichen setzen können für einen innovativen Forschungsstandort und für einen Tierschutz ohne Augenwischerei. 66 Nationalrätinnen und Nationalräte haben dies erkannt. 110 leider nicht. Somit wurde die Motion Graf zum Verbot von belastender Primatenversuche abgelehnt.


Silvery marmoset © Vladimir Wrangel - Fotolia.com

 

Ursprüngliche Meldung vor der Nationalratsdebatte

Primaten sind hoch intelligente und soziale Tiere. An ihrer physischen und psychischen Lei-densfähigkeit bestehen keine Zweifel. Versuche an Primaten sollen als Grundlage dienen, ir-gendwann Krankheiten wie Epilepsie, Alzheimer, Depressionen oder Schizophrenie behan-deln zu können. Hierfür müssen unsere nächsten Verwandten im Tierreich aber zuerst krank gemacht werden. Die Ursache der menschlichen Erkrankung bleibt dabei auf der Strecke. So verwundert es nicht, dass diese Versuche keinen aussagekräftigen, auf den Menschen übertragbaren Erkenntnisgewinn liefern.

Einem fraglichen resp. fragwürdigen Nutzen für die Menschen steht in vielen Fällen eine schwere Belastung der Versuchstiere gegenüber. Bei einer konsequenten Anwendung des Tierschutzgesetzes würde dies bedeuten, dass solche Versuche nicht genehmigt werden dürfen. Das jüngste Beispiel aus dem Kanton Zürich sowie Versuche im Kanton Fribourg zei-gen aber, dass Primatenversuche trotz dieser klaren Ausgangslage bewilligt werden. Die Mo-tion Graf (15.4241) setzt hier an, indem für Primaten ein Verbot belastender Versuche erlassen werden soll.

Ein solches Verbot ist nicht gleichzusetzen mit einem Forschungsverbot. Im Gegenteil: Der Forschungsstandort Schweiz könnte davon profitieren, wenn auf innovative, aussagekräftige Alternativmethoden gesetzt würde anstatt auf nicht zielführende Primatenversuche. Alternativmethoden sind in der Regel sicherer, günstiger und schneller als Tierversuche. Zudem kön-nen damit komplett neue Erkenntnisse erreicht werden.

Auch kann die Schweiz ihre ethische Verantwortung weltweit aufzeigen. Denn nicht nur aus Sicht des Erkenntnisgewinns, sondern auch aus ethischer Sicht sind Primatenversuche mehr als fragwürdig. Mit einem Verbot würde sich unser Land klar positionieren.

Der Schweiz bietet sich mit der Motion Graf (15.4241) die Gelegenheit, sich für einen innovativen Forschungsplatz und für einen Tierschutz ohne Augenwischerei auszusprechen. Daher bitten wir Sie, die Motion anzunehmen.