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Montag, 22. September 2014 / Primatenversuche am Institut für Neuroinformatik

Ein neuer Anlauf von Forscherseite: Primatenversuche am Institut für Neuroinformatik

Die Universität Zürich will erneut Versuche mit Affen durchführen. Für die Stiftung Animalfree Research steht der mögliche Erkenntnisgewinn in keinem Verhältnis zur Belastung der Tiere. In Übereinstimmung mit der Rechtsprechung lehnt sie die geplanten Versuche ab.


 

Die Tierschutzseite ist besorgt - nach dem spektakulären Urteil des Schweizerischen Bundesgerichtes im Jahr 2009 ist nun wieder ein Gesuch zu Versuchen mit Primaten eingereicht worden. Das damalige Urteil betonte die spezielle Würde der Primaten, die im damaligen Versuchsvorhaben von Daniel Kiper und Martin Kevan verletzt würde. Diese sei durch den Flüssigkeitsentzug und  die Fixierung im Primatenstuhl in ganz besonderer Weise beeinträchtigt.

 

Verletzung der Tierwürde

Seit 2008 ist die Würde des Tieres fester Bestandteil der Schweizerischen Tierschutzgesetzgebung. Auch diese Experimente verletzen die Tierwürde. Wie in der Zeitschrift ALTEX beschrieben, ist gemäss den Ergebnissen von Michael Niessing vom Deutschen Primatenzentrum die Fixierung im Primatenstuhl nicht mehr notwendig. Es ginge auch anders. Damit ist diese Massnahme nicht mehr  verhältnismässig und auch nicht mehr bewilligungsfähig. Denn erlaubt sind gemäss Schweizer Tierschutzgesetz nur Tierversuche, die unerlässlich sind.

 

Wirklich freiwillig?

Besonders problematisch: Es heisst ständig, dass die Tiere freiwillig mitarbeiten – dies wird seitens der Forscher immer wieder fleissig behauptet. Da man den Affen aber nicht fragen kann, ist dies pure Spekulation. Sie freuen sich angeblich über die Abwechslung. Dies spricht zum einen gegen die üblichen Haltungsbedingungen. Und: Was heisst freiwillig eigentlich? Ein Tierpfleger merkte in einem Interview an, dass die Tiere registrieren, wenn er sich die Haare geschnitten hat. Dies spricht für eine extrem enge Bindung der Tiere an den Pfleger. Und: Sie wissen dass es für sie keinen Ausweg gibt. Wollen sie es sich mit dem Menschen, auf den sie auf Gedeih und Verderb angewiesen sind, nicht verderben? Wie würden sie sich verhalten, wenn sie die Wahl hätten?

 

Risiko ohne Gewinn für die Primaten

Das Hirn spürt keinen Schmerz, heisst es, und die Operation wird nach humanmedizinischen Standards durchgeführt - wie man es bei Parkinson-Patienten auch machen würde. Aber: es gibt ein erhebliches Operationsrisiko (Narkose, Infektion..). Die Affen sind keine Patienten und profitieren selber nicht von dem Eingriff. Sie haben nur die Gefährdung und keinen Gewinn. Das ist der wesentliche Unterschied.

 

» Wir fassen zusammen: Die Argumente der Forscher sind aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Diese Versuche haben zu unterbleiben. Der mögliche Erkenntnisgewinn steht, wie auch 2009, in keinem Verhältnis zu der möglichen Belastung der Tiere.