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Montag, 03. November 2014 /

Sinkende Versuchstierzahlen, jedoch mit einem grossen ABER

Seit einigen Jahren sinken die Versuchstierzahlen in der Schweiz. Erkennbar ist dies auch in den veröffentlichten Zahlen 2013. Allerdings hat dieser erfreuliche Trend einige Schönheitsfehler.


Ende Juni 2014 publizierte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Versuchstierzahlen für das vergangene Jahr (Animalfree Research berichtete).  Der Gesamttrend zeigt nach unten, für die Stiftung Animalfree Research ist dies jedoch mit einem grossen ABER versehen.  Es ist eine Entwicklung, die wir lange vorhergesagt haben.

Im Jahr 2012 überholte die Grundlagenforschung erstmals die Industrie bei der Anzahl der eingesetzten Tiere. Dies ist ein absolutes Novum!

 2012 kam die Industrie auf 225´263 Tiere. Die Grundlagenforschung, also die Universitäten und Forschungseinrichtungen, kamen  im selben Jahr auf 296´504 Tiere. 

2013 hat sich dies fortgesetzt:  191'050 Tiere in der Industrie versus 320'389 in der Grudlagenforschung (Unis, ETHs, und Spitäler). 

Zweitens weist die Statistik die gezüchteten Versuchstiere aus: Also die Tiere, die für einen Versuch gezüchtet, aber aus diversen Gründen nicht eingesetzt wurden. Der grosse Unterschied in der Anzahl der gezüchteten und der tatsächlich eingesetzten Tiere wirft einige kritische Fragen auf.

Währendem der 3R-Ansatz in der Industrie mittlerweile offenbar  fest etabliert ist,  scheint er in der Grundlagenforschung offenbar kaum verbreitet zu sein - oder wird ignoriert. Ein Zustand, mit dem sich Animalfree Research keinesfalls zufrieden gibt. Wir werden uns für die Implementierung von Alternativmethoden auch weiterhin intensiv einsetzen . Wichtig dafür ist, dass das Wissen über solche Methoden vermittelt wird und allen Forschenden ohne Einschränkung zur Verfügung steht. 

 

⇒  zur Tierversuchstatistik 2013