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Donnerstag, 04. Juli 2013 / Tierversuchsstatistik 2012

Weniger Tierversuche – Problemfeld Grundlagenforschung

Tierversuchsstatistik 2012: Der Trend geht nach unten, in der Grundlagenforschung bleibt die Problematik.


Die Tierversuchsstatistik 2012 liefert die neusten Zahlen zu den durchgeführten Versuchen und eingesetzten Tieren. Erfreulicherweise geht der Trend klar wieder nach unten. In der detaillierten Analyse sieht man aber, dass die Industrie ganz überdurchschnittlich reduziert hat: Hier haben sich seit 2005 die Zahlen fast halbiert. Natürlich gab es Auslagerungen ins Ausland und Stellenabbau auch in der Forschung und Entwicklung. Die Abwärts-entwicklung ist aber so gleichmässig und kontinuierlich, dass eine nachhaltige Basis dahinter vermutet werden kann. In der Tat hat die Industrie das „Prinzip der 3R“ (replace, reduce, refine) weitgehend umgesetzt. Insbesondere das replace/reduce (ersetzen und vermindern) durch die Anwendung von tierfreien in vitro Methoden wurde angewandt – das Resultat sind sinkende Tierzahlen.

Anders in der Grundlagenforschung: hier setzt man die Prioritäten anders. Nicht das „replace“ steht im Vordergrund, sondern das „refine“. Verbesserung der Haltung, Optimierung der Handhabung von Tieren und nicht zuletzt die schonendste Versuchsanordnung: All dies ist richtig und wichtig, führt aber nicht zu einer Verminderung der Tierzahlen. Folgerichtig ist die Grundlagenforschung der Bereich, in dem die Zahlen angestiegen sind: Fast 100‘000 mehr als 2005!

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: die Anzahl der eingesetzten Tiere wäre nahezu stabil geblieben (Anstieg 2004 bis 2012: 29`000), wenn nicht vermehrt an genetisch veränderten Mäusen und Ratten geforscht würde (Anstieg 2004 bis 2012: 105`000). Das Problem findet sich in der Finanzierung der Grundlagenforschung. Der Schweizer Nationalfonds fördert den Bereich Biologie und Medizin jährlich mit mehr als 300 Mio. CHF. Die Stiftung Forschung 3R muss sich dagegen mit mikroskopischen 0.8 Mio CHF begnügen. Solange die politischen Gewichtungen bei der Verteilung der Mittel so sind wie sie aktuell sind, kann keine Verbesserung im Sinne des Ersatzes von Tierversuchen erwartet werden.

 

 

Kontakt:

Stefanie Schindler, Animalfree Research, schindler@STOP-SPAM.animalfree-research.org