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Donnerstag, 01. Juni 2017 / Das Schaf

Knochen für die WissenSchaf(t)


Schafe, wie sie heute in unseren Breitengraden vorkommen, stammen vom armenischen Mufflon ab, welches vor schätzungsweise 10 000 Jahren erstmals – vermutlich in Anatolien – domestiziert wurde. Sie gehören damit zu den ältesten Haustieren. Robust und genügsam, sind sie ausgesprochene Herdentiere. Schafe sind wohl nicht die ersten Tiere, die einem einfallen, wenn man an Tierversuche denkt. Hier hat man wohl als erstes Ratten und Mäuse vor Augen. Aber Schafe werden nicht nur als Nutztiere gehalten, sondern regelmässig für Tierversuche benutzt. Gemäss Tierversuchsstatistik wurden 2015 insgesamt 1 247 Schafe und Ziegen für Tierversuche eingesetzt. Viele Schafe werden in der Grundlagenforschung oder für die Qualitätskontrolle der dauerhaften Wirkung von Implantaten in der Human- oder Zahnmedizin als Versuchstiere benutzt. Die Knochen der Schafe sind ähnlich gross wie die des Menschen, daher eignen sie sich besonders gut für Langzeitbeobachtungen. Dazu gehören aber zum Beispiel auch die Entwicklung und Überprüfung von Herzklappen- und Gefässprothesen. Es gibt jedoch bereits einige tierversuchsfreie Methoden. So kann für biologische Herzklappen ein komplexes In-Vitro-Verfahren einen fünf Jahre dauernden Versuch mit Schafen auf nur 48 Tage reduzieren. Ebenfalls haben wir im «Resultat» Nr. 18 über Daniel Seitz und sein «InvitroBone Spec» Knochenersatz-Projekt berichtet, das sich sehr erfolgreich entwickelt.