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Mittwoch, 01. Juni 2016 / Die Kuh

Profitmaximierung bei den Wiederkäuern


Denkt man an Tierversuche, hat man wohl als erstes Ratten und Mäuse vor dem inneren Auge. Aber auch Nutztiere wie Kühe sind immer wieder Teil von Tierversuchen. Gemäss Tierversuchsstatistik wurden 2014 insgesamt 5 131 Rinder eingesetzt, davon 233 im Schwergrad 2 (mittlere Belastung wie Schmerzen, Schäden oder schwere Angst). In der Regel dreht sich die Forschung dabei um eine effizientere Nahrungsmittelproduktion, also beispielsweise Kühe, die mehr Milch produzieren. Eine gängige Methode dabei ist die Fistulierung der Kuh. Dabei wird ein direkter Zugang zum Pansen, dem grössten Vormagen der Kuh, gelegt, um die dort heimischen Mikroorganismen untersuchen zu können. Das eidgenössische Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope hielt 2015 insgesamt 11 fistulierte Kühe. Ein Fall von 2012 zeigt, welche Gefahr diesen Tieren neben der Operation selber drohen. Damals verstarb eine fistulierte Kuh während der Versuchsreihe an einem Herzstillstand. Tierversuche im Bereich der landwirtschaftlichen Forschung dienen grösstenteils nicht den Tieren, sondern der Profitmaximierung: mehr Milch, mehr Fleisch, grö­ ssere Eier. Als Konsumenten haben wir aber mit unserem Kaufverhalten einen Einfluss auf solche Tierversuche.