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Donnerstag, 01. Oktober 2015 / Die Labormaus

«Dienstältestes» Versuchstier


In der Geschichte der Versuchstiere gehört die Maus zu den dienstältesten Vertretern. Seit über 100 Jahren werden Mäuse für Labore gezüchtet. Als Erstes setzte sie wohl der französische Biologe Lucien Cuénot 1902 für genetische Untersuchungen ein, und 1982 wurden die ersten sogenannten transgenen Mäuse gezüchtet. Diesen wurde ein zusätzliches Gen eingepflanzt. Später kamen dann die Knock-Out-Mäuse hinzu – hier wurde ein bestimmtes Gen ausgeschaltet. Aber warum das Ganze?

Die Forschung geht davon aus, dass (je nach Quelle) mindestens 95% der Gene der Mäuse mit denen des Menschen identisch sind. Und da die Forscher glauben, dass die meisten Krankheiten genetische Ursachen haben, sollen Mäuse mit Genanpassung die Lösung auf der Suche nach wirksamen Therapien sein.

Allerdings lassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse stark daran zweifeln. Im Fachjournal «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS) erschien erst 2013 eine Studie, welche Genveränderungen von Mäusen und Menschen bei verschiedenen Verletzungen und Krankheiten verglich.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich auch auf dieser Ebene die Resultate von Mäusen nicht auf den Menschen übertragen lassen.

Es wäre den Labormäusen zu wünschen, dass sie endlich verrentet und wieder als natürliche Lebewesen respektiert werden.