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Sonntag, 01. Juni 2014 / Das Alpaka

Neu im Fokus der Forscher: das Alpaka


Alpakas sind eine domestizierte Kamelform, welche ursprünglich aus den Anden kommt. Sie sind etwas kleiner als Lamas und werden primär wegen ihrer Wolle gezüchtet. In der Schweiz werden die Tiere aufgrund ihres ruhigen Wesens auch als Therapietiere eingesetzt.

2006 entdeckten Forscher per Zufall, dass Alpakas Antikörper (Eiweisse, die der Immunabwehr dienen) bilden, die kleiner und stabiler sind als die anderer Spezies. Diese Tatsache hat das Blut der Alpakas für die Forschung sehr interessant gemacht.

Das Max-Planck Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen (Deutschland) hat sich aus diesem Grund vor kurzem eine sechsköpfige Alpaka-Herde zugelegt, welche in einem Aussengehege auf dem Institutsgelände lebt. Die Tiere werden bei Bedarf geimpft und in Folge wird ihnen Blut abgenommen, welches für die Forschung verwendet wird. Die so gewonnen Antikörper werden so stark verkleinert, dass sie in eine lebende Zelle eindringen und dort Strukturen sichtbar machen können. Dabei hilft ein fluoreszierender Farbstoff, mit dem sie fusioniert werden. Dieser Hybrid wird als «chromobody» bezeichnet.

Die Forscher versichern, dass diese Verfahren absolut tierfreundlich seien. Aber natürlich können auch Immunisierungen und Blutabnahmen ihre Tü- cken haben.