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Dienstag, 05. Dezember 2017 / Geplantes 3R Kompetenzzentrum nimmt Formen an

Geplantes 3R Kompetenzzentrum nimmt Formen an

Heute hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bekannt gegeben, in welchem Ausmass sich der Bund an dem geplanten 3R Kompetenzzentrum beteiligen will. Knapp ein Drittel der Mittel sollen vom Staat kommen: 2,9 Millionen von rund 10,5 Millionen Franken in den kommenden drei Jahren. Der Rest soll von den Hochschulen und der Privatwirtschaft beigesteuert werden.


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Damit werden zukünftig für Alternativmethoden ca. 20mal mehr Mittel zur Verfügung stehen als bei dem Vorgänger des Kompetenzzentrum, der Stiftung Forschung 3R. Hier steuerten Staat und Privatwirtschaft nur je ca. 500’ 000 Franken bei. Dies ist eine erfreuliche Meldung für die 3R-Forschung und für alle Versuchstiere in der Schweiz.

Trotzdem bleiben für die Stiftung Animalfree Research noch einige Fragezeichen in Bezug auf das Kompetenzzentrum bestehen. So soll dieses als Verein organisiert sein, der breit abgestützt ist. Auf den ersten Blick mag das so sein, immerhin werden neben den Universitäten auch der Schweizer Tierschutz und Interpharma als Mitglieder genannt. Allerdings stellt sich die Frage der Beschlussfassung, wenn die Führung des Vereins beinahe vollständig in den Händen der Universitäten und Hochschulen liegt. Alle 11 Hochschulen sind Mitglieder im Verein und können so problemlos jederzeit die anderen Mitglieder überstimmen.

Ebenso offen ist, wo das Kompetenzzentrum seinen Schwerpunkt legen wird. Aus Sicht von Animalfree Research müsste dies ganz klar bei Replacement, also beim Ersatz von Tierversuchen, sein. Hier hätte die Schweiz die Chance, sich als innovativer Forschungsstandort weltweit einen Namen zu machen. Unsere Stiftung wird das Entstehen dieser neuen Institution weiterhin genau beobachten. Wir stellen gerne Fachwissen und Erfahrung in den Dienst der guten Sache, sofern unser Stiftungszweck erfüllt werden kann: Mit dem Ersatz von Tierversuchen soll die Würde und das Wohlergehen des Tieres geschützt werden.