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Freitag, 21. April 2017 / Primatenversuche

Bewilligung für umstrittene Primatenversuche: Animalfree Research ist schwer enttäuscht über den Entscheid

Die schwerbelastenden Gehirnversuche an Primaten an der Universität und ETH Zürich dürfen durchgeführt werden, dies hat das Verwaltungsgericht des Kantons am 5. April entschieden. Dieser Entschluss wird von Seiten des Tierschutzes stark kritisiert, denn er setzt sich nicht nur über die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinweg, sondern schafft auch erhebliche Rechtsunsicherheit.


Zur Erinnerung: Im September 2014 wurde bekannt, dass das Institut für Neuroinformatik der Universität Zürich wieder Primatenversuche durchführen will. Drei der elf Mitglieder der Tierversuchskommission des Kantons Zürich, welche den Versuch genehmigt hatte, ergriffen daraufhin den Rekurs gegen den Entscheid. Dieser Rekurs wurde jedoch vom Zürcher Regierungsrat abgelehnt, woraufhin der Rekurs an das Verwaltungsgericht weitergezogen wurde.

 

Die Ablehnung der Rekurs durch das Verwaltungsgericht ist genauso unverständlich wie die Ablehnung durch den Regierungsrat. Denn 2009 entschied das Bundesgericht in einem ähnlichen Fall, dass diese Tierversuche nicht rechtens sind. Diese wichtige Entscheidung von höchster richterlicher Instanz wird so zunichte gemacht.

 

Die Stiftung Animalfree Research schliesst sich der Stellungnahme der befreundeten Organisationen Stiftung für das Tier im Recht (TIR) und Zürcher Tierschutz an, dass das Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts aus Sicht des Tierschutzes höchst bedenklich ist. Es ist zu befürchten, dass zukünftig wieder vermehrt Gesuche für schwerstbelastende Primatenversuche eingereicht werden. Zudem werden Steuergelder für eine Forschung eingesetzt, die von der Mehrheit der Bevölkerung nachweislich abgelehnt wird. Würde die Schweiz konsequent auf die Karte «Alternativmethoden» setzen, würde sich die Möglichkeit ergeben, den Forschungsstandort Schweiz nachhaltig und innovativ zu sichern und auszubauen.

 

Fast gleichzeitig zum Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts kam es in Deutschland zu einem historischen Erfolg der Tierschutzbewegung. Der Forschungsleiter des Max-Planck-Institut der Universität Tübingen kündete das Aus der Versuche an Affen an.

 

 

 

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