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Dienstag, 25. Oktober 2016 / Revision TSchV: erste Reaktion

Revision der Schweizer Tierschutzverordnung: erste Reaktion

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat gestern, am Montag dem 24.10. unsere Stiftung eingeladen, sich zu den neuen Entwürfen anlässlich der geplanten Vernehmlassung zur Revision der Tierschutz-verordnung zu äussern. Wirklich alt ist diese Verordnung noch nicht, sie wurde erst im April 2008 geändert. Dies zeigt wie dynamisch der Bereich Tierschutz allgemein und der der Tierversuche im Besonderen ist. Nach erster Durchsicht gibt es einiges, was aus unserer Sicht begrüssenswert ist.


An erster Stelle stehen hier die Tierschutzbeauftragten. 2012 hat Animalfree Research in der Anhörung zum Postulat WBK-NR (12.3660) genau dies gefordert: Für alle Betriebe, die Tierversuche durchführen, sollen Tierschutzbeauftragte verpflichtend werden. Die Beauftragten sind qualifizierte Personen, die die Forschenden bei der Gesuchstellung beraten. Insbesondere achten sie darauf, dass der Forscher den bewilligenden Behörden nachvollziehbar darlegt, dass ein Versuchsvorhaben tatsächlich mit lebenden Tieren durchgeführt werden muss und keine tierfreien Alternativmethoden zur Verfügung stehen.

Wichtig dabei: Der bzw. die Tierschutzbeauftragte ist gegenüber den Versuchsleitern ausdrücklich weisungsbefugt.

Diese Forderungen haben wir damals genauso aufgestellt und daher werden wir diese Änderungen voll und ganz unterstützen.

Neu ist ebenfalls, dass das Fachpersonal für Tierversuche im Rahmen seiner Aus- und Weiterbildung eine abschliessende Prüfung absolvieren muss. Dies erhöht den Aufwand für die entsprechenden Kurse erheblich, und es bleibt abzuwarten, ob dies eine wünschenswerte/praktisch durchführbare Änderung ist.

 

Animalfree wird sich nun vertieft mit der Revision auseinandersetzen und bis Anfangs Februar eine Vernehmlassungsantwort einreichen.