Freitag, 18. Mai 2018 / Olten / 11. Tierversuchstagung des Schweizer Tierschutz STS

11. Tierversuchstagung des Schweizer Tierschutz STS

18.05.18 Das 3R-Kompetenzzentrum (3RCC) - bessere Forschung mit weniger Tierversuchen?


Mit dem Start des neuen 3R-Kompetenzzentrums (3RCC) sollen die 3R-Prinzipien nach mehr als 20 Jahren endlich so durchgesetzt werden, wie es der Gesetzgeber 1993 mit Art. 22 im Tierschutzgesetz festschrieb: Der Bund fördert in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie insbesondere die Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von Methoden, die Tierversuche ersetzen, mit weniger Versuchstieren auskommen oder eine geringere Belastung derselben zur Folge haben.

Bisher wurden vor allem die Ersatzmethoden, die, obwohl sie ein ausgewiesenes wirtschaftliches und wissenschaftliches Potential haben, kostengünstiger und schneller sind, in der Schweiz bislang kaum genutzt. Das soll sich nun ändern. Auf wissenschaftlicher und ökonomischer Ebene sind Möglichkeiten und Einsatz von Ersatzmethoden doch vielfach weit grösser als bei Tierversuchen. Nicht ohne Grund investieren EU und USA erhebliche Mittel in deren Entwicklung und Implementierung.

Für Tierfreunde und Tierschützer ist die entscheidende Frage, ob mit dem neuen Kompetenzzentrum ein deutlicher Rückgang bei Tierversuchen ausgelöst werden kann. Und auch, ob es gelingt, Industrie, Hochschulen und Universitäten, so zu vernetzen, dass die 3R, insbesondere die Ersatzmethoden, bei den Forschungsaktivitäten in den Vordergrund rücken. Gerade die akademische Forschung hatte in den letzten Jahren steigende Tierversuchszahlen zu verzeichnen und müsste sich nun vermehrt in diesem Bereich engagieren. Diese und weitere Aspekte wollen wir gemeinsam mit kompetenten Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland an unserer Tagung betrachten. Insbesondere möchten wir dem interessierten Publikum Gelegenheit geben, die neue Direktorin des 3R-Kompetenzzentrums kennen zu lernen und mehr über die Ziele und ersten Schritte zu erfahren.

Der zweite Tagungsteil ist wiederum neuen Entwicklungen im Bereich der Ersatzmethoden gewidmet. Am Schluss ist auch dieses Jahr eine Podiumsdiskussion mit allen Referenten geplant. Für einen höchst informativen und spannenden Anlass ist damit gesorgt!

Die Tagung wird von der Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte (VSKT) den zuständigen kantonalen Behörden zur Anerkennung im Rahmen der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal für Tierversuche empfohlen sowie von der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST mit zwei Bildungspunkten anerkannt.