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Alternativmethoden

 

Unter Alternativmethoden im engeren Sinn sind diejenigen Verfahren zu verstehen, die sich schmerzfreier Materie bedienen. Dazu zählen Versuche an isolierten Organen, an Organ-, Gewebe- und Zellkulturen sowie chemische, biochemische, molekularbiologische, mikrobiologische und immunologische Methoden. Man bezeichnet diese Methoden auch als in vitro Methoden (in vitro = "im Reagenzglas"). Zu den Alternativmethoden im engeren Sinn können auch die in silico Methoden gezählt werden. Das sind Verfahren, die am Computer ablaufen (Computermodelle zur Vorhersage der Giftigkeit von Substanzen).

Unter Alternativmethoden im weiteren Sinn können Versuchsanordnungen bezeichnet werden, die im Wesentlichen auf Überlegungen der englischen Wissenschaftler Russell und Burch zurückgehen und bereits 1959 publiziert wurden. In ihrer Publikation prägten sie das Prinzip der "3R", mit denen der Ersatz (Replacement), die Verringerung (Reduction) sowie die Leidensverminderung (Refinement) von Tierversuchen gemeint ist. Der Ersatz von Tierversuchen kann z.B. durch Zellkulturen erreicht werden (siehe weiter oben); eine Verminderung der Zahl der Versuchstiere durch neue Untersuchungstechniken oder verbesserte statistische Methoden. Tiere so wenig Schmerzen und Stress auszusetzen ist das Ziel des dritten Rs – des Refinements. Dies ist häufig durch eine sorgfältigere Vorbereitung der Tiere auf den Versuch, durch verbesserte Narkoseverfahren und Schmerzbehandlungen sowie durch eine allgemein gute Pflege und Behandlung der Tiere möglich. Das Refinement ist aber nur eine Übergangslösung: das Ziel der Arbeit muss immer der endgültige Ersatz des Tierversuchs, also das Replacement, sein.  Alternativen zu Tierversuchen bzw. Tierversuchsersatzmethoden werden in der Gesetzgebung zunehmend als erstrebenswert anerkannt.

 

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