Forschungspreis geht an ein von uns unterstütztes Projekt
Ein von Animalfree Research unterstütztes Projekt erhält den diesjährigen „Forschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).
Dr. Heike Behrensdorf-Nicol und Ursula Bonifas unter Leitung von Dr. Karin Weisser und Dr. Beate Krämer ist es gelungen, eine In-vitro-Methode zur Bestimmung der Tetanustoxizität zu entwickeln. Mit ihrer Methode wollen die Wissenschaftlerinnen die gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche zur Sicherheitsprüfung von Tetanusimpfstoffen für Menschen und Tiere ersetzen.
Tetanus, auch bekannt als Wundstarrkrampf, ist eine gefürchtete Erkrankung, gegen die alle geimpft sein sollten. Tetanustoxin ist eines der gefährlichsten bekannten Gifte. Um einen Impfstoff herzustellen, muss dieses Gift unschädlich gemacht, also inaktiviert werden. Es wird dann als Toxoid bezeichnet. Bevor der Impfstoff verabreicht werden darf, muss natürlich überprüft werden, ob das Tetanustoxoid wirklich völlig harmlos ist. Dies geschieht im Meerschweinchen. Da die Tetanusimpfung eine der häufigsten überhaupt ist, betrifft dies eine grosse Zahl von Tieren. Diese Zeiten könnten bald vorbei sein.
Der von Frau Dr. Weisser und ihrer Arbeitsgruppe entwickelte Test weist aktives Tetanustoxin nach – völlig ohne Versuchstiere. Neu an diesem Test ist, dass er zwei wesentliche Eigenschaften dieses Toxins messen kann und damit als Ersatzmethode zum Tierversuch wesentlich besser geeignet ist als bisher entwickelte Ansätze. Das Toxin dringt in die Nervenzelle ein und spaltet dort ein wichtiges Eiweiss – dadurch kann die Nervenzelle keine Signale mehr senden, und es entstehen die Symptome von Tetanus. Wichtig für die verheerende Wirkung von Tetanustoxin ist also nicht nur die Fähigkeit, in die Nervenzelle einzudringen, sondern auch die eiweissspaltende Aktivität. Bisher gab es keinen versuchstierfreien Ansatz, der beide Eigenschaften messen konnte – dies ist nun am Paul Ehrlich Institut erstmals gelungen.

- Dr. Karin Weißer, Dr. Heike Behrensdorf-Nicol, Ursula Bonifas (v.l.n.r.) Quelle: PEI
